„Wer zerstört, kann nicht mitgestalten“

Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat den G20-Gipfel in Hamburg genutzt, um für das anhaltende Engagement der EU für die Verteidigung der gemeinsamen Werte – Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit – weltweit einzutreten.

„Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt, um zu dem simplen Mittel des Protektionismus zurückzukehren“, hatte Juncker zum Auftakt des G20-Gipfels gesagt. Er hob das Wirtschaftspartnerschaftsabkommen hervor, das die EU und Japan erst einen Tag zuvor als klares Signal für ihren Einsatz für eine offene, regelbasierte Wirtschaftsordnung abgeschlossen hatten. Präsident Juncker zeigte sich erschüttert über die sinnlose Gewalt von Randalierern und dankte den Sicherheitskräften für ihren unermüdlichen Einsatz. „Konstruktiv Politik mitgestalten können nur diejenigen, die gemeinsam etwas aufbauen, nicht diejenigen, die wutgetrieben zerstören“, sagte Juncker den Zeitungen der Funke-Gruppe.

Juncker: „Ich bin erschüttert über die Gewalt“

Nach dem Abschluss des G20-Gipfels nahm Juncker auch Stellung zu den Krawallen in Hamburg und den politischen Folgen. „Ich höre gern zu, wenn mir Menschen etwas zu sagen haben. Das ist eine Selbstverständlichkeit, denn Politik hat den Menschen zu dienen. Im Namen aller, die sich für eine bessere Zukunft engagieren und friedlich demonstrieren, bin ich allerdings erschüttert über die Gewalt, die so unverständlich wie sinnlos ist. Brennende Autos und fliegende Gullideckel mögen laut sein, aber ihre Botschaft erstickt im Lärm und Krawall“, sagte Juncker.

„Ich habe Verständnis dafür, wenn Menschen gegen den Kinderhunger in Afrika oder gegen die Folgen des Klimawandels oder der Globalisierung protestieren. Das sind Themen, die die Welt bewegen. Und das sind Themen, die wir beim G20 aufgegriffen haben und bei denen wir uns für gemeinsame Lösungen einsetzen, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen.“

Quelle: Europäische Kommission

Ingo Ackerschott

Freiberuflicher Journalist und Texter, lebt und arbeitet in Mainz. Kürzel: ac

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